Seitenbeginn Zur Hauptnavigation Zum Seiteninhalt

31. Thüringer Wasserkolloquium – Herausforderungen und Lösungen für eine zukunftsfähige Wasserversorgung in Thüringen


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten

Umweltminister Tilo Kummer eröffnet am 5. März 2026 das 31. Thüringer Wasserkolloquium – ein zentraler Treffpunkt für rund 200 Fachleute aus Forschung, Wasserversorgung, Wirtschaft und Politik.

31. Thüringer Wasserkolloquium
Foto: DVGW/ Paul-Philipp Braun
31. Thüringer Wasserkolloquium
Foto: DVGW/ Paul-Philipp Braun

Die Veranstaltung wird organisiert von den Landesgruppen Mitteldeutschland des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW), den Stadtwerken Erfurt und Jena, der Fachhochschule Erfurt und der Bauhaus-Universität Weimar. Das Wasserkolloquium gilt als wichtigste Plattform in Thüringen für den Austausch von Fachwissen rund um Trinkwasser, Wasserversorgung und Wasseraufbereitung. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen für die zukünftige Wasserversorgung in Thüringen zu diskutieren und die Weichen für stabile und sichere Trinkwassersysteme zu stellen.

Flexibilität bei extremen Trockenperioden

In der vergangenen Dekade gab es in Thüringen flächendeckend nur etwa die Hälfte des üblicherweise vorhandenen Wassers für Lebensräume, Gewässer und die menschliche Nutzung (im Vergleich zu 1961–1990). Sinkende Grundwasserstände und rückläufige Wassermengen in den Trinkwassertalsperren zeigen: Wasserknappheit ist keine abstrakte Zukunftsfrage mehr, sondern eine strukturelle Herausforderung. Ein zentrales Thema des Kolloquiums ist daher die Anpassung der Wasserversorgung an die zunehmenden Trockenperioden. Die Thüringer Versorger müssen flexibel reagieren, um auch bei schwankenden Wasserressourcen eine zuverlässige Versorgung sicherzustellen.

Umweltminister Tilo Kummer betont dazu: „Besonders die Niedrigwassersituation an der Talsperre Ohra hat uns deutlich gemacht, dass wir uns nicht länger auf die gewohnten Wasserressourcen verlassen können. Um auch in besonders trockenen Jahren eine stabile Trinkwasserversorgung sicherzustellen, haben wir die Talsperrensteuerung an der Ohra angepasst. Das bedeutet: Wir stauen im Winter und Frühjahr mehr Wasser ein, damit im Sommer ausreichend Reserven zur Verfügung stehen. Zusätzlich untersuchen wir neue Quellen, zum Beispiel, ob künftig wieder Trinkwasser aus der Schmalwassertalsperre bereitgestellt werden kann. Das Thüringer Wasserkolloquium bietet die Chance, gemeinsam neue Ansätze zu entwickeln, um eine zuverlässige Wasserversorgung in Thüringen zu sichern.“

Förderung und Modernisierung der Wasserinfrastruktur

Um die Wasserversorgung zukunftsfähig zu gestalten, stellt das Land zusätzliche Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit. Kurzfristig stehen rund 20 Millionen Euro für den Ausbau und die Modernisierung der Trinkwasserinfrastruktur zur Verfügung. Gefördert werden die bessere Vernetzung der Versorgungsgebiete, der Ausbau des Fernwassernetzes sowie der Bereitstellungskapazitäten der Fernwasserversorgung, die Erweiterung von Aufbereitungs- und Speicherkapazitäten, die Erschließung neuer Tiefbrunnen sowie die Verringerung von Wasserverlusten im Leitungssystem.

Schutz, Resilienz und Cybersicherheit

Ein weiteres wichtiges Thema des Kolloquiums ist, wie die Wasserversorgung gegen verschiedene Bedrohungen wie extreme Wetterereignisse, Sabotage, Terrorismus oder Cyberangriffe geschützt werden kann. Hier geht es darum, die Anlagen und das Leitungssystem widerstandsfähiger zu machen. Das bedeutet, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die verhindern, dass die Wasserversorgung durch Angriffe oder Katastrophen gestört wird. Ein Beispiel dafür ist der Ausbau von Systemen, die auch dann weiterlaufen, wenn die Hauptsysteme ausfallen – sogenannte „redundante Systeme“. Außerdem wird die Digitalisierung der Wasserversorgung immer wichtiger. Moderne Technologien wie die intelligente Steuerung der Wasseraufbereitung und -verteilung machen die Versorgung effizienter. Doch diese Technologien können auch ein Risiko darstellen, da sie anfälliger für Cyberangriffe sind. Deshalb werden die Sicherheitsstandards in der IT erhöht, um solche Angriffe schnell zu erkennen und abzuwehren. Ein umfassender IT-Grundschutz ist entscheidend, um die Wasserversorgung auch in Krisenzeiten stabil zu halten.

 

Diese Seite teilen

Weitere Werkzeuge