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Anpassung an die Folgen der Klimakrise

Erste Thüringer Klimaanpassungsstrategie in Erarbeitung

Seit 2018 wurden in Thüringen – mit Ausnahme von 2021 – jedes Jahr neue Temperaturrekorde aufgestellt. Was früher extrem war, ist heute vielerorts Realität. Auch bei ambitioniertem Klimaschutz wird sich diese Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen: Die Sommer werden heißer, Trockenphasen länger und Starkregenereignisse häufiger und intensiver.

Der Klimawandel betrifft uns unmittelbar: Er schädigt die Gesundheit unserer Wälder und Ökosysteme, wirkt sich auf die Wasserverfügbarkeit und -qualität aus, beeinflusst die Funktion und Erträge der Böden, beeinträchtigt die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen und erhöht die Risiken von Waldbränden sowie Schäden an Gebäuden, Straßen und Infrastruktur durch Starkregen.

Um diesen zunehmenden Herausforderungen zu begegnen, erarbeitet die Thüringer Landesregierung derzeit die erste Thüringer Klimaanpassungsstrategie. Basierend auf der bundesweiten Klimarisikoanalyse und dem landeseigenen Klimafolgenmonitoring haben die zwölf beteiligten Handlungsfelder – darunter menschliche Gesundheit, Energie und Katastrophenschutz – konkrete Ziele definiert, um Thüringen langfristig widerstandsfähig und lebenswert zu erhalten.

Bereits 2013 wurde mit dem ersten Integrierten Maßnahmenprogramm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (IMPAKT) ein wichtiger Grundstein gelegt. Nach umfassender Aktualisierung im Jahr 2019 wird das Programm nun von einem reinen Maßnahmenprogramm zu einer umfassenden Gesamtstrategie weiterentwickelt. Der Strategie liegen Analysen der beobachteten und zukünftigen klimatischen Entwicklung, der bereits eingetretenen Auswirkungen des Klimawandels sowie der für die Zukunft erwarteten Klimawandelfolgen zugrunde. Damit erfüllt die vorsorgende Strategie auch die Vorgaben des Klimaanpassungsgesetzes des Bundes (KAnG), das seit 2024 einen verbindlichen Rahmen für die Klimaanpassung auf Bundes- und Länderebene bildet.

Die Thüringer Anpassungsstrategie enthält ausschließlich Maßnahmen, die in der Verantwortung des Landes liegen und durch dessen Institutionen geplant, finanziert und umgesetzt werden. Sie setzt den Rahmen für ein vorausschauendes und systematisches Vorgehen gegen die Folgen des Klimawandels in Thüringen.

Im Zeitraum vom 27.08.2025 bis 23.09.2025 fand eine öffentliche Beteiligung zum Strategieentwurf statt.

Video: Klima in der Krise

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Klimaschutz & Klimaanpassung zusammen denken

Aufgrund der langen Reaktionszeiten des Klimasystems kann der einmal begonnene Klimawandel nicht kurzfristig aufgehalten werden, allenfalls kann er abgemildert werden. Deshalb sind Anpassungsmaßnahmen notwendig. Die Klimaanpassung umfasst nationale und regionale Strategien, praktische Maßnahmen auf allen politischen Ebenen bis hin zu Maßnahmen von Privatpersonen.

Um die Folgen des Klimawandels, die auch die Lebensbedingungen der Menschen beeinflussen, möglichst gering zu halten, muss der Klimaschutz an erster Stelle stehen. Weiterhin müssen wir durch Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorsorgen. Dabei ist es wichtig, die Verwundbarkeit der Natur und Gesellschaft zu verringern und sie dabei zu unterstützen, sich flexibel auf die neue Lage einstellen zu können.

Wer rechtzeitig und in angemessener Weise handelt, verhindert nicht allein vermeidbare Schäden. Er bewahrt auch kommende Generationen davor, einen ungleich größeren Aufwand treiben zu müssen, um sich an den Klimawandel anzupassen. Anpassungsmaßnahmen können den Klimaschutz nicht ersetzen. Steigen die Temperaturen im Treibhaus Erde, steigen auch die Kosten für Anpassungsmaßnahmen und umgekehrt.

Klimaleitfaden für Kommunen

Die Folgen der Klimakrise treffen Thüringens Gemeinden und Städte häufiger und intensiver. Was Kommunen tun können, um sich auf Trockenheit, Starkregen oder Hitze vorzubereiten - darüber informiert der neue Klimaleitfaden, den Sie unter folgendem Link erreichen: https://www.klimaleitfaden-thueringen.de/. Er gibt praktische Tipps und zeigt viele bereits realisierte Beispiele der Klimaanpassung. Und mit "Klima Invest" bietet das Thüringer Umweltministerium gleich das passende Förderprogramm dazu an.

Ziele von IMPAKT II

Thüringen hat im Jahr 2009 erstmals das „Thüringer Klima- und Anpassungsprogramm“ erstellt. Zur Unterstützung des Anpassungsprozesses wurde die Thüringer Klimaagentur als Fachreferat im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz installiert. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz hat die Fortschreibung des „Integrierten Maßnahmenprogramms zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Freistaat Thüringen (IMPAKT II)“ im Jahr 2019 beauftragt und fachlich begleitet. IMPAKT II ist eine konsequente Reaktion auf die auch in Thüringen spürbare Klimakrise. Sie verlangt nach frühzeitiger und vorausschauende Anpassung an die Folgen in allen Lebensbereichen.

  • Bereitstellung von räumlich hoch aufgelösten Klimamodelldaten der Vergangenheit und der Zukunft für Thüringen
  • räumlich differenzierte Analyse der klimasensitiven Handlungsfelder des Freistaates hinsichtlich der Chancen und Risiken des Klimawandels
  • Erarbeitung von handlungsfeldspezifischen Maßnahmenportfolios zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels unter intensiver Beteiligung der zuständigen Ministerien und deren nachgeordneter Fachbehörden sowie
  • Erarbeitung von Indikatoren für ein Monitoring von Klimafolgen- und Klimaanpassungsmaßnahmen.

Das vorliegende Programm stellt die fachliche Grundlage für den weiteren kooperativ-strategisch ausgerichteten Weg zur Anpassung an den Klimawandel im Freistaat Thüringen dar. Auf diesem Weg will die Landesregierung die Anpassungskapazität der einzelnen Handlungsfelder erhöhen und deren Verwundbarkeit durch den Klimawandel verringern. Gleichzeitig soll das Anpassungserfordernis künftig in alle relevanten behördlichen und privaten Entscheidungen einfließen.

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