Derzeit werden sechs Eier gebrütet – so viele wie noch nie.
Das Ausbrüten der Eier übernimmt in der überwiegenden Zeit das Weibchen. Das Männchen sitzt nur gelegentlich auf dem Nest und versorgt das Weibchen während des Brütens mit Nahrung. Die Jungen schlüpfen nach rund vier Wochen. Ungefähr 35 Tage nach dem Schlüpfen – im Juli – können die Jungvögel erstmals fliegen und lernen nach dem Ausflug das selbstständige Jagen.
In Thüringen gibt es nach Angaben der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach 2 700 – 3 500 Brutpaare. Für Deutschland werden etwa 43 000 – 65 000 Brutpaare angenommen.
Hintergrund
Turmfalken sind die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Falkenart. Sie sind sowohl in naturnahen ländlichen Gebieten als auch in den Städten zu finden. Turmfalken brüten von Natur aus überwiegend an Felsen. In menschlichen Siedlungen werden als Nistplätze auch Nischen und Hohlräume in oberen Stockwerken von Gebäuden genutzt. Die häufig genutzten Brutplätze an Kirchtürmen gaben dem Turmfalken seinen deutschen Namen.
Das Überwintern der Turmfalken hängt vom Nahrungsangebot in ihren Brutgebieten ab. So ist ein Zurücklegen weiter Strecken (Zugvögel) ebenso möglich wie ein Überwintern in kurzer Distanz zum Brutort (Strichvögel) oder sogar ein ganzjähriges Verbleiben im angestammten Lebensraum (Standvögel). Durch den charakteristischen Rüttelflug sind Turmfalken gut zu beobachten. Der Turmfalke „steht“ dabei längere Zeit über einem bestimmten Ort in der Luft, an dem er Nahrung vermutet.
