Durch die neue Beckenstruktur ist die Leine auf diesem Abschnitt wieder durchgängig: Fische und Kleinstlebewesen können ungehindert wandern und Lebensräume sind wieder miteinander verbunden.
„Unser Ziel ist es, alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Dazu gehört auch, an Flüssen die Durchgängigkeit wiederherzustellen, indem Wehre zurückgebaut werden“, erklärte Umweltstaatssekretärin Karin Arndt bei der Eröffnung vor Ort. „Mit dieser Maßnahme verbessern wir die Lebensbedingungen für viele in der Leine lebenden Tierarten."
Das bisherige Wehr von Anfang der 1980-er Jahre an der Mühle Arenshausen stellte ein unüberwindbares Hindernis für viele Wasserbewohner dar. Es wurde in 2025 daher vollständig zurückgebaut und durch eine naturnahe Sohlengleite mit Beckenstruktur ersetzt. Diese besteht aus 19 Steinriegeln, die den Höhenunterschied von rund zwei Metern auf einer Länge von 245 Metern stufenweise überwinden. So können nun Fische und andere Wasserlebewesen das Gewässer wieder frei passieren.
Ergänzend wurden die Uferbereiche naturnah umgestaltet und strömungslenkende Buhnen eingebaut. Durch diese Maßnahmen entstehen abwechslungsreiche Strömungsverhältnisse und wertvolle Lebensräume. Das neue Einlaufbauwerk in den Mühlgraben reguliert künftig die Wasserführung und sorgt gleichzeitig für einen stabilen Grundwasserstand.
Hintergrund:
Die Maßnahme wurde vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) umgesetzt und ist Bestandteil des Thüringer Landesprogramms Gewässerschutz 2022–2027. Das Landesprogramm bündelt die erforderlichen Projekte zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und sieht bis 2027 Investitionen von rund 367 Millionen Euro in den Gewässerschutz von insgesamt rund 970 Kilometern Gewässer vor. Die Gesamtkosten des Projekts in Arenshausen betragen rund 1,58 Millionen Euro.
