Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich heute das Thüringer Nachhaltigkeitsforum 2025 im Löwensaal in Rudolstadt. Es versammelt rund 120 Teilnehmende aus Vereinen, Kommunen, Initiativen, Wirtschaft, Politik und Kultur. Das Forum des Thüringer Umweltministeriums und Thüringer Nachhaltigkeitsbeirats zeigt unter dem Motto „Kulturen der Nachhaltigkeit“, wie nachhaltiges Handeln schon jetzt in Thüringen gelebt wird und fragt, was es dafür braucht: in Städten und Dörfern, in Repaircafés, Theatern, Unternehmen und im Ehrenamt.
Nachhaltigkeit als kulturelle Aufgabe, die Menschen verbindet
Umweltminister Tilo Kummer eröffnet das Forum und betont:
„Nachhaltigkeit ist seit über 300 Jahren Teil der thüringischen Kultur. Damals wurden die Folgen des Raubbaus im Wald deutlich und man besann sich, dass man den kommenden Generationen gute Lebensgrundlagen hinterlassen muss. Sparsamer Umgang mit Ressourcen, Reparieren, Teilen und regionale Wirtschaftskreisläufe müssen heute zum Teil wiederentdeckt werden. Unser Ziel ist es, diese Kultur zu stärken und sichtbarer zu machen – denn Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe.“
Um diese Entwicklung weiter zu unterstützen, hat das Umweltministerium das Thüringer Nachhaltigkeitszentrum kürzlich mit einer Förderung von1,75 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2030 ausgestattet. Das Zentrum soll seine Rolle als verbindende Plattform für Zivilgesellschaft und Kommunen sowie für Vernetzung und Wissenstransfer im Bereich Nachhaltigkeit ausbauen.
Impulse aus Wissenschaft und Praxis
Nach einer künstlerischen Einstimmung des Nationaltheaters Weimar folgen fachliche Impulse zur Verankerung von Nachhaltigkeit in Politik und Verwaltung (Prof. Dr. Matthias Gather), der Bedeutung von Kommunikation für nachhaltiges Verhalten (Prof. Dr. Cornelia Betsch) und zur Rolle von Kunst und Kultur in einer nachhaltigen Gesellschaft (Steffen Mensching).
Prof. Dr. Matthias Gather, Sprecher des Thüringer Nachhaltigkeitsbeirats erklärt:
„Nachhaltigkeit bedeutet, achtsam mit allen unseren Ressourcen umzugehen – seien sie ökologischer, sozialer oder wirtschaftlicher Art –, um unser Land zukunftsfest zu gestalten. Thüringen kann auf viele gute Projekte verweisen, die eine solche Kultur der Nachhaltigkeit bereits leben. Diese Projekte müssen jedoch weiterhin unterstützt und gegen einseitige Interessen oder kurzfristige Forderungen verteidigt werden.“
Anschließend stehen mehrere Workshops zur Auswahl:
- Eine Kultur der Reparatur – Thüringer Repaircafés zwischen Ressourcenschutz und Gemeinschaft
- Demokratische Kultur im Städtedreieck – lokale Gemeinschaft stärken
- KlimaWandeln – Thüringer Zukunftsbilder – klimanagepasste Stadtentwicklung gemeinsam planen
- Was war das denn?! – nachhaltige kulturelle Begegnung zwischen Kunst und Alltag
