Im Jahr 2025 wurden der Auf- und Abbau sowie die Betreuung von mehr als 56.000 Metern Amphibienschutzzäunen mit über 108.000 Euro gefördert. Die Mittel gingen an 134 Partnerinnen und Partner – darunter Naturschutzvereine, private Initiativen, Landwirte und Kommunen. Auch 2026 stärkt das Land das Engagement von Naturschutzvereinen wie dem NABU und dem BUND sowie zahlreicher ehrenamtlicher Helfender.
„Der Schutz der wandernden Amphibien an Straßen bleibt eine wichtige Maßnahme für den Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt“, erklärt Umweltminister Tilo Kummer. „In dieser Saison danken wir besonders den freiwilligen Helferinnen und Helfern, die wieder mit großem Engagement dafür sorgen, dass Kröten, Molche und Frösche sicher über die Straßen wandern können.“
Amphibien gelten als wichtige Indikatoren für den Zustand unserer Ökosysteme. Sie sind auf ein reichhaltiges Nahrungsangebot sowie auf intakte, strukturreiche Feuchtgebiete mit möglichst fischfreien Gewässern als Laichhabitate angewiesen. Auf ihrem Weg von den Winterquartieren zu den Laichgewässern müssen die Tiere häufig Straßen überqueren – ein gefährliches Hindernis, das vielerorts zu hohen Verlusten führen kann.
Besonders wirksam sind feste Amphibienleiteinrichtungen, bei denen die wandernden Tiere ohne menschliche Hilfe sicher auf die andere Straßenseite gelangen. Mobile Schutzzäune hingegen müssen während der Hauptwanderzeit im Frühjahr regelmäßig kontrolliert und betreut werden.
Neue Herausforderung: Waschbären als Fressfeinde
Doch in den vergangenen Jahren ist eine zusätzliche Gefahr hinzugekommen: Waschbären haben die traditionellen Sammel-Eimer entlang der Schutzzäune als „gedeckten Tisch“ entdeckt und Amphibien in großer Zahl gefressen.
Mit einer ebenso einfachen wie wirkungsvollen Idee hat der BUND-Ortsverband Bad Langensalza darauf reagiert – und wurde dafür 2025 mit dem zweiten Platz des Umweltpreises ausgezeichnet: Die Sammeleimer wurden mit passgenauen Holzdeckeln versehen, die nur schmale Öffnungen aufweisen. Zwischen Deckel und Eimerrand bleibt ein Spalt, der groß genug ist, damit Amphibien problemlos hineinkriechen können, aber zu schmal, als dass Waschbären hineingreifen könnten.
Eine Aufbauanleitung für die modifizierten Sammeleimer steht Interessierten zur Verfügung: https://badlangensalza.bund.net/fileadmin/langensalza/Amphibien/Bauanleitung-fuer-Deckel-an-Amphibienfangeimern.pdf
Förderung auch 2026 gesichert
Der Schutz der Tiere gelingt nur dank der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, deren Engagement das Land auch 2026 honoriert. Grundlage der Förderung ist die „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen“ (NALAP). Der Freistaat unterstützt pro Saison den Auf- und Abbau sowie die Betreuung mit insgesamt 218 Euro je 100 Meter Zaun. Die Förderung richtet sich nicht nur an Naturschutzvereine, sondern auch an private Initiativen, Landwirte und Kommunen.
Anträge können über die unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) gestellt werden: https://tlubn.thueringen.de/naturschutz/landschaftspflege/nalap-vertragsnaturschutz-und-projekte.
Interessierte können sich beim TLUBN auch schulen lassen. Für Einsteigerinnen und Einsteiger werden grundlegende Kenntnisse zum Amphibienschutz an temporären Schutzeinrichtungen vermittelt. Fortgeschrittene erhalten weiterführende Hinweise sowie praktische Tipps, die einen fachgerechten Aufbau erleichtern und eine wirksame Betreuung der Amphibienschutzzäune sicherstellen.
Das TLUBN informiert zudem zu den verschiedenen Amphibienarten und der Konstruktion der Zäune: https://tlubn.thueringen.de/fileadmin/000_TLUBN/Naturschutz/Dokumente/1_zool_artenschutz/feldhams_amph/Amphibien_am_Schutzzaum_2025.pdf

