Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale

Gründungsjahr: 1990 einstweilige Sicherstellung, 2009 endgültige Sicherstellung
Größe: 828 qkm
Landkreise: Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla
Schutzgebiete: 17 Ruhezonen, 18 Bereiche der Kulturlandschaft oder landschaftsgebundenen Erholung, 20 Bereiche zur Landschaftsentwicklung und der Erholungsanlage, Siedlungsbereiche
Lebensräume: Fünf z.T. sehr unterschiedliche Naturräume: Dreba-Plothener Teichgebiet, Oberes Saaletal, Schwarza-Sormitz-Gebiet, Ostthür. Schiefergebirge/Vogtland, Hohes Thür. Schiefergebirge/Frankenwald, aufgelassene Schiefertagebaue mit z.T. endemischer Pilz- und Flechtenflora, trockenwarme Hanglagen mit thermophilen Pflanzen- und Insektenarten, ca. 100 km „Grünes Band“, Teichlandschaften, unzerschnittene Waldbereiche, Fluss

Der Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale ist Teil des Nationalen Geoparks Schieferland mit zahlreichen international bedeutenden Geotopen. 500 Millionen Jahre Erdgeschichte sind anhand typischer Gesteine wie Schiefer, Granit, Diabas und Dolomit nachvollziehbar. Seit mindestens 600 Jahren erlauben sie den Abbau verschiedener Erze wie Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Kobalt usw. sowie Mineralien. Die Vielfalt an abiotischen und biotischen Besonderheiten war einer der Gründe für die Ausweisung der Region als Naturpark. Diese Landschaften in ihrer Eigenart und Schönheit sollen für die Nachwelt erhalten werden und im Einklang mit einer nachhaltigen, touristischen Nutzung und kommunalen Entwicklung stehen. 2006 erhielt der Naturpark erstmals das Zertifikat „Qualitäts-Naturpark“ und gehört seit 2007 im Regionalverbund Thüringer Wald zum „Fahrtziel Natur“ der Deutschen Bahn AG. Naturparkpartner und -schulen tragen den Naturparkgedanken ins öffentliche Bewusstsein. Zertifizierte Naturführer bieten regelmäßig thematische Wanderungen und Seminare für Gäste und Einwohner an. Im Geopark „Schieferland“, als Teil des Naturparks, entdecken geologisch Interessierte Bergbaurelikte aus vergangenen Jahrhunderten, sowie interessante Schaubergwerke, Geotope und Technikdenkmale. Ein Netz von Naturparkinformationen und thematischen Wanderwegen lädt zum Entdecken einer zauberhaften Kulturlandschaft ein.
Die fünf ganz unterschiedlichen Landschaften unseres Naturparks laden Naturgenießer zum Entdecken ein: der längste Biotopverbund Deutschlands mit herrlichen Wanderrouten, das größte Stauseegebiet mit Eco-Campingplätzen, kulinarische Überraschungen bei den Fisch- und Wildwochen u.v.m.
Ursprung des Blauen Goldes
Tiefe enge Bachtäler durchziehen das Schwarza-Sormitz-Gebiet im Westen des Naturparks. Aufgrund des Wasser- und Waldreichtums fühlen sich hier die Wappentiere des Naturparks, Wasseramsel und
Feuersalamander, ebenso Gartenschläfer, Eulen, viele Fledermausarten und Reptilien wie Ringel- und Glattnatter wohl. Landschaftsprägend sind Schieferhalden und Trockenmauern sowie aufgelassene
Schiefertagebaue, die seltene Pilzvarietäten sowie eine endemische Flechtenflora beherbergen. In den Nischen der fast 100 Meter hohen Steilwände brüten z.B. Uhu und Turmfalke.
Oberland mit besten Aussichten
Grandiose Fernblicke bietet das Ostthüringer Schiefergebirge-Vogtland, eine sanft wellige Hochfläche, die von kleinen Bächen, Alleen und Hecken durchzogen wird. Der überwiegende Teil wird land- und forstwirtschaftlich genutzt. Eine größere Heidefläche ist in einem FFH-Gebiet gelegen. Schwarzstorch, Rotmilan und Kolkrabe sind beliebte Bewohner, ebenso Gartenschläfer, Feldhase, Neuntöter und zahlreiche Reptilienarten. Auf den extensiv genutzten Grünlandflächen finden Orchideen und zahlreiche seltene Insektenarten ein Zuhause.
Blaues Band und Thüringer Meer
Ein kontrastreiches Landschaftserlebnis aus Wald, Wasser und Fels entdeckt man an der Oberen Saale. Als „Thüringer Meer“ werden die Stauseen bezeichnet, die durch naturnahe Flussabschnitte
getrennt sind. Die trocken-warmen Hanglagen und hohen, teils offenen Felsen bieten Lebensbedingungen für thermophile Pflanzen-, Insekten- und Reptilienarten, sodass auch der Uhu und der Rotmilan Nahrung finden. Siebenschläfer, Biber und Luchs sind ebenfalls in der Region mit den zahlreichen Natura2000-Schutzgebieten beheimatet.
Zwischen Rennsteig und Grünem Band
Durch das bewaldete Hochplateau des Hohen Thüringer Schiefergebirges-Frankenwald im Süden schlängeln sich der Rennsteig-Fernwanderweg und das „Grüne Band“. Auf diesen Höhenlagen bis zu
800 Meter bieten die gewässerreichen Areale den Libellen, Westgroppe und seltenen Pflanzenarten Lebensraum. Felsige und trockene Bereiche werden mit Heidebewohnern wie seltenen Schmetterlingen, Glattnattern und Orchideenarten belebt. Auf Wiesenflächen wachsen die Bärlappen und die schützenswerte Arnika. Die interessanten Waldbereiche aus Weißtanne, Buche, Fichte und anderen Laubholzarten entsprechen dem standortgerechten, potentiellen natürlichen Waldbild, so dass zum Luchs auch die Wildkatze angesiedelt ist. Auch hier durchstreifen Eulen und Fledermäuse die Lüfte.
Thüringer Land der Tausend Teiche
Bereits im Mittelalter legten Mönche hunderte Himmelsteiche an, die durch Niederschläge und ein ausgeklügeltes Grabensystem gespeist werden. Einst zur Fischzucht genutzt, sind sie heute mit den
umgebenden Landwirtschafts- und Forstflächen bedeutsamer Feucht- Lebensraum und wichtiges Rastgebiet für Zugvögel. Libellen, Wasservögel, Fischadler, Fischotter, Amphibien wie Kammmolch
und Moorfrosch, Wasserpflanzen wie Laichkräuter und Armleuchteralgen begründen den SPA- und FFH-Status.
Kontakt
Naturpark-Haus und Verwaltung
Wurzbacher Straße 16
07338 Leutenberg
Tel.: 0361/573925090
Fax: 0361/573925099
Naturpark.Schiefergebirge@NNL.Thueringen.de

Diese Seite teilen
Weitere Werkzeuge